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Rassestandard

26.05.2015 / DE

FCI-Standard Nr. 103

Deutscher Jagdterrier

 
Ursprung: Deutschland
Datum der Publikation
des gültigen
offiziellen Standards:

19.03.2015

Verwendung: Vielseitig einsetzbarer Jagdgebrauchshund,
besonders für die Baujagd und als Stöberhund
Klassifikation: Gruppe 3; Terrier
Sektion 1: hochläufige Terrier mit Arbeitsprüfung

kurzer
geschichtlicher Abriss:                          

Nach dem ersten Weltkrieg trennten sich einige aktive Jäger von dem zahlenmäßig starken Foxterrier-Club,
um eine Zucht aufzubauen, die sich ausschließlich
an der jagdlichen Leistung orientieren sollte.
So beschlossen die erfahrenen Jagdkynologen Rudolf Frieß, Walter Zangenberg und Carl-Erich Grünewald einen schwarz-roten Jagdhund für die Arbeit unter der Erde
zu züchten.
Ihren Bestrebungen kam ein Zufall zu Hilfe.
Zoodirektor Lutz Heck/Hagenbeck schenkte Walter Zangenberg vier schwarz-rote Terrier, die aus rein gezüchteten Foxterrierstämmen stammen sollten.
Mit diesen Hunden wurde die Zucht des Deutschen Jagdterriers begründet.
Zu der Zeit stieß Dr. Herbert Lackner zu den Begründern der Rasse.
Gemeinsam gelang es durch geschicktes Einkreuzen des altenglischen rauhaarigen Urterriers sowie des Welsh Terriers nach jahrelangen intensiven Zuchtbemühungen das Erscheinungsbild dieser Rasse zu festigen.
Gleichzeitig legte man großen Wert darauf, einen vielseitig veranlagten, harten, spurlauten und wasserfreudigen Hund mit ausgesprochenem Jagdinstinkt und bester Abrichtefähigkeit zu züchten.
1926 wurde der Deutsche Jagdterrier-Club e. V. gegründet.
Nach wie vor legen die Züchter des Deutschen Jagd-terriers allergrößten Wert auf jagdliche Brauchbarkeit, Wesensfestigkeit, Mut und Schneid dieses Jagdhundes
Allgemeines Erscheinungsbild: Kleiner, allgemein schwarzroter, kompakter, gut proportionierter Jagdgebrauchshund.
Wichtige Proportionen: 
Verhältnis Brustumfang / Widerristhöhe: Der Brustumfang ist 10 bis 12 cm größer als die Widerristhöhe
Länge des Körpers/ Widerristhöhe: Körper geringfügig länger als die Höhe am Widerrist
Tiefe der Brust /Widerristhöhe: Ca. 55 - 60 % der Widerristhöhe
Verhalten / Charakter / Wesen: Mutig und hart, arbeitsfreudig und ausdauernd, vital und temperamentvoll, zuverlässig, umgänglich und führig, weder scheu noch aggressiv.
Kopf: 
Oberkopf: Schädel flach und zwischen den Ohren breit.
Zwischen den Augen schmaler.
Schädel: Gestreckt, etwas keilförmig, nicht spitz, Fang etwas kürzer als der Schädel vom Hinterhauptstachel
bis zum Stirnabsatz
Stopp: Gering ausgebildet
Gesichtsschädel: 
Nasenschwamm: Dem Fang entsprechend soll er weder zu schmal noch zu klein sein, nicht gespalten, stets schwarz, bei brauner Hauptfarbe der Behaarung auch braun.
Fang: Kräftig, ausgeprägte Backen, tiefer Unterkiefer,
stark ausgeprägtes Kinn
Lefzen: Straff anliegend und gut pigmentiert
Kiefer / Zähne: Große Zähne. Kräftige Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiß,
wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die Untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen.
Mit 42 Zähnen gemäß der Zahnformel.
Augen: Dunkel, klein, oval, tiefliegend, gut anliegende Lider, entschlossener Ausdruck.
Ohren: Leicht anliegendes Kippohr, hoch angesetzt,
nicht ausgesprochen klein, V-förmig.
Hals: Kräftig, nicht zu lang, etwas aufgesetzt mit stärkerem Übergang zur Schulter
Körper: 
Obere Profillinie: Gerade
Widerrist: Ausgeprägt
Rücken: Stark, gerade, nicht zu kurz.
Lendenpartie kräftig bemuskelt
Kruppe: Kräftig bemuskelt, flach.
Brust: Tief, gut gewölbte Rippen, nicht zu breit, langes Brustbein mit gut zurückreichenden Rippen
Untere Profillinie
und Bauch: 
Verläuft in einem eleganten Bogen nach hinten,
kurze straffe Flanken, leicht aufgezogener Bauch
Rute: Gut an langer Kruppe angesetzt, um zirka 1/3 gekürzt.
Kann eher etwas weniger angehoben als steil aufgerichtet getragen werden, darf sich nicht über den Rücken neigen.
(In Ländern, in denen der Gesetzgeber ein Rutenkupier-
verbot erlassen hat, kann die Rute naturbelassen bleiben.
Sie sollte waagrecht bzw. leicht säbelförmig getragen werden.)
Gliedmassen: Die Läufe von vorne betrachtet gerade und parallel,
von der Seite betrachtet gut unter dem Körper stehend.
Der Abstand vom Boden bis zu den Ellenbogen ist etwa gleich dem von den Ellenbogen bis zum Widerrist.
Vorderhand: 
Allgemeines:  
Schulter: Gut schräg und nach hinten liegendes langes Schulterblatt, kräftig bemuskelt.
Gute Winkelung von Schulterblatt und Oberarm.
Oberarm: Möglichst lang, gut und trocken bemuskelt
Ellenbogen: Am Körper anliegend, weder einwärts noch auswärts gedreht. Gute Winkelung von Oberarm und Unterarm.
Unterarm: Trocken und senkrecht stehend, kräftige Knochen.
Vorderfußwurzel-
gelenk:
Kräftig
Vordermittelfuß: Leicht nach vorne gerichtet, Knochen eher kräftig als fein.
Vorderpfoten: Oft breiter als Hinterpfoten mit gut geschlossenen Zehen und genügend dicken derben widerstandsfähigen
und gut pigmentierten Ballen. Sie fußen parallel, im Stand und in der Bewegung weder ein- noch auswärts gerichtet.
Hinterhand: 
Allgemeines: Von hinten betrachtet gerade und parallel.
Gute Winkelungen von Ober- und Unterschenkel sowie von Unterschenkel und Hintermittelfuß.
Kräftige Knochen.
Oberschenkel: Lang, breit und muskulös
Knie: Kräftig, mit guter Winkelung von Ober- und Unterschenkel
Unterschenkel: Lang, muskulös und sehnig
Sprunggelenk: Tiefstehend und kräftig
Hintermittelfuß: Kurz, senkrecht stehend
Hinterpfoten: Ovalrund mit gut geschlossenen Zehen und genügend dicken, derben, widerstandsfähigen und gut pigmentierten Ballen. Sie fußen parallel im Stand und in der Bewegung, weder ein- noch auswärts gerichtet.
Gangwerk: Raumgreifend, guter Vortritt und guter Schub, flüssig, in Vorder- und Hinterhand gerade und parallel, nicht stelzend.
Haut: Dick, straff, anliegend ohne Faltenbildung
Haarkleid: 
Haar: Schlichtes, dichtes, hartes Rauhaar oder derbes Glatthaar.
Farbe: Die Farbe ist schwarz, dunkelbraun oder schwarzgrau meliert mit rotgelben, scharf abgegrenzten sauberen Abzeichen an Augenbrauen, Fang und Brust, Läufen und Waidloch (After).
Helle und dunkle Maske gleichermaßen erlaubt; kleine weiße Abzeichen an Brust und Zehen werden toleriert.
Größe und Gewicht: 
Widerristhöhe:
  • Rüden:        33 bis 40 cm
  • Hündinnen:  33 bis 40 cm
Gewicht: 
  • Rüden:        Den Maßverhältnissen entsprechend,
                     nicht zu leicht  und nicht zu schwer.
  • Hündinnen:   Den Maßverhältnissen entsprechend,
                         nicht zu leicht und nicht zu schwer
Fehler: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten ist als Fehler anzusehen, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.
Schwere
Fehler:
  • schmaler Schädel, schmaler auch spitzer Fang,
  • fliehender Unterkiefer, enge Kiefer, schwaches Gebiss,
  • insgesamt geringfügige unregelmäßige Stellung der Zähne in der oberen und/oder unteren Zahnreihe,
  • helle, zu große oder vorstehende Augen,
  • Stehohr, Flatterohr, zu kleine, zu tief angesetzte oder zu schwere Ohren,
  • steile Vorderhand,
  • Senk- oder Karpfenrücken, zu kurzer Rücken,
  • kurzes Brustbein,
  • zu schmale, zu breite Front,
  • steile Hinterhand, überbaut,
    stark nach außen oder innen gedrehte Ellenbogen,
    zeheneng, zehenweit, kuhhessig, O-beinig oder enghessig;
    sowohl im Stand wie auch in der Bewegung,
  • stelzender oder trippelnder Gang,
  • gespreizte Pfoten, Katzenpfoten, Hasenpfoten,
  • überzogene Rute, zu tief angesetzte Rute,
    hängend getragene Rute,
  • Kurzhaar, wolliges Haar, offenes oder dünnes Haar,
    unbehaarter Bauch und Schenkelinnenseiten.
Disqualifizierende
Fehler:
  • Wesensschwäche, aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde,
  • Hunde, die deutliche physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen,
  • untypische Hunde,
  • Vor- und Rückbiß, Kreuzbiß, Zangenbiß, Kulissenbiß, Palisadenbiß, partielle Zange,
    querstehende Stellung der Zähne in der oberen und/ oder unteren Zahnreihe,
    fehlende Zähne außer M3,
  • Pigmentfehler,
  • Ektropium, Entropium, unterschiedliche Augenfarbe, blaue oder gesprenkelte Augen,
  • Fehlfarben
  • Über- und Untergröße.
N.B.:
  • Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen,
    die sich vollständig im Hodensack befinden.
  • Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.
 
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